Das Märchen von den Geschlechtern

Jungs haben einen Penis – Mädchen eine Vagina

Oder das Märchen von den Geschlechtern!

Von klein auf lernen wir, dass es zwei Geschlechter gibt: Mann und Frau. Jedes Rollenbild ist weiblich oder männlich und bereits in jungen Jahren wird uns die Bedeutung des Unterschiedes der Geschlechter vermittelt. Selbst im Sexualkunde- und Biologieunterricht hören wir meist nichts davon, dass auch ein Leben außerhalb dieser „Normalität“ möglich ist. Das bipolare Geschlechterverhältnis unserer Gesellschaft spiegelt sich in allen Bereichen unseres Zusammenlebens wieder. Egal ob in „Social Communities“, Fragebögen, Formularen oder Ausweispapieren, überall muss Mensch den „kleinen Unterschied“ angeben. Aber wehe der, die sich mit der vorgegebenen Zuteilung nicht zufrieden, oder deren Körper keine eindeutige Antwort gibt…

Intersexuelle, die mensch auch als Zwitter, Hermaphroditen oder Zwischengeschlechtliche bezeichnet, werden in unserer Gesellschaft juristisch, politisch und sozial unsichtbar gemacht. Sie werden als „abnormal“ bezeichnet und ihre gesunden Körper einzelnen „Syndromen“ zugeordnet. Damit werden Zwischengeschlechtliche pathologisiert und somit zum „medizinischen Freiwild“ erklärt. Ohne ihre Einwilligung werden sie in der Regel im Kindesalter an ihren uneindeutigen Genitalien operiert, um diese zu “vereinheitlichen”, wobei in Kauf genommen wird, dass ihr sexuelles Empfinden vermindert oder gänzlich zerstört wird. Zudem werden sie systematisch kastriert, das heißt es werden ihnen die gesunden, Hormone produzierenden inneren Geschlechtsorgane entfernt, was eine lebenslange Substitution mit körperfremden Hormonen zur Folge hat, die oft zu gravierenden gesundheitlichen Problemen führt. Die meisten Opfer dieser Praxis tragen massive psychische und physische Schäden davon, unter denen sie ein Leben lang leiden. Diese Zwangsbehandlungen stellen einen klaren Verstoß gegen das Menschenrecht auf Körperliche Unversehrtheit dar und müssen umgehend gestoppt werden!

Die starre Mann-Frau-Einteilung geht also nicht nur an der Realität vorbei, sie ist auch die Basis von Diskriminierung und die Rechtfertigungsgrundlage für Menschenrechtsverletzungen. Nicht zuletzt deswegen fordern wir die Abschaffung des juristischen Geschlechts und somit das Recht auf freie Entfaltung der eignen geschlechtlichen Identität vor dem Gesetz für alle Menschen.

Freiwillig“ erhobene Daten zur geschlechtlichen Identität müssen eine Option für Menschen enthalten, die sich keinen der zwei häufigen Geschlechter zuordnen können oder wollen.