No Proper Gender

In der öffentlichen Wahrnehmung gibt es nur zwei Geschlechter, die sich diametral gegenüberstehen sollen. Meist werden die Unterschiede biologisch begründet. Männer haben ein Y-Chromosom, Bartwuchs und stärkere Muskeln. Frauen hingegen können Kinder kriegen, haben Brüste, sind kleiner…

Doch so einfach ist die Natur beim genaueren Hinsehen dann doch nicht. Manche „Frauen“ sind größer als die meisten „Männer“, es gibt „Männer“ ohne jeglichen Bartwuchs und „Frauen“ mit Y-Chromosom! Selbst die primären Geschlechtsmerkmale sind nicht bei jedem Menschen eindeutig zuzuordnen.

Gesellschaftlich legen wir viel Wert auf den „kleinen Unterschied“. Mit unterschiedlicher Kleidung und Frisuren kennzeichnen wir meist unser Geschlecht für alle sichtbar. Unsere Vornamen sind geschlechtsspezifisch, wir haben unterschiedliche Anreden und von Geburtsurkunde bis zum Reisepass – überall wird das Geschlecht vermerkt!

Die Praxis, das Geschlecht staatlich zu erfassen stammt aus einer Zeit, in der Frauen und Männern unterschiedliche Rechte zugesprochen wurden und ist die Grundvoraussetzung der gesetzlichen Ungleichbehandlung gewesen. Das „gesetzliche Geschlecht“ ist bis heute die juristische Basis zur Diskriminierung von Trans- und Intersexuellen, genauso wie zur Unterscheidung zwischen Homo- und Heteroehe. Es erfüllt sonst keinen Zweck.

Diese juristische Definition beruht nicht nur auf einem starren bipolaren Geschlechterverständnis, sie dient auch dazu, dieses Bild aufrecht zu erhalten. Der daraus resultierende Druck sich anzupassen ist einer der wichtigsten psychologischen Grundlagen für Sexismus, Homo- und Transphobie.

Daher Fordern wir die Abschaffung des juristischen Geschlechts!

Für Entfaltungsfreiheit jedes Menschen! Jenseits von Gender- und Geschlechterzwang – There is no proper gender!